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Die Verantwortung der ETH in der Ausbildung der Architekten

Publiziert am 16.12.2011 von Sacha Menz, Vorsteher des Departements Architektur an der ETH Zürich
Architekurstudenten 1 Window

Meinung Die ETH Zürich orientiert sich in Ausbildung, Forschung und Dienstleistungen an den höchsten international anerkannten Standards. Ihre Aktivitäten sind konsequent auf die Bedürfnisse von Mensch, Natur und Gesellschaft ausgerichtet. Eines der Hauptanliegen der ETH ist es, ihr Wissen in die Wirtschaft und die Gesellschaft zu transferieren und sich im Rahmen ihrer Forschungsstrategien globalen Herausforderungen zu stellen.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts steht auch das gesamte architektonische und städtebauliche Kompetenzfeld vor wachsenden Herausforderungen. Komplexe Themen wie die Zersiedlung der Landschaft, die Verslumung urbaner Territorien, klimatische und energiewirtschaftliche Faktoren sowie die immer weiter auseinanderklaffenden sozialen Gefüge spielen eine immer wichtigere Rolle und erfordern nicht nur eine Analyse der Ursachen oder Auswirkungen, sondern auch konkrete Massnahmen zur Gegensteuerung. Diese können aber nur im Dialog mit anderen Disziplinen entwickelt werden.

Um diese Komplexität im Rahmen einer Architekturausbildung bewerkstelligen zu können, präsentiert sich das Departement Architektur als dynamisches Gefüge sich gegenseitig ergänzender und inspirierender Lehr- und Forschungseinheiten.

Im Fokus der Ausbildung steht die didaktisch ausgerichtete, praxisorientierte Lehre des Entwurfs und der Konstruktion, verbunden mit wissenschaftlicher Methodik. In den Entwurfsstudios findet die umfangreiche und leidenschaftliche Architekturlehre statt. Alle Aktivitäten sind geprägt von einem profunden Verständnis der Vergangenheit und der Projektion in die Zukunft. Die Studenten werden dazu angehalten, durch stringentes und visionäres Denken, aber auch durch scharfes Beobachten komplexe Problemstellungen auch unkonventionell zu durchdringen und in fachübergreifenden Auseinandersetzungen zu lösen.

Die angegliederten Forschungsinstitute, das Institut für Geschichte und Theorie der Architektur (gta), das Institut für Technik in der Architektur (ITA), das Netzwerk Stadt und Landschaft (NSL) und das Institut für Denkmalpflege und Bauforschung (IDB) sind durch die interdisziplinäre Aufgabenstellung eng mit den Entwurfsstudios verknüpft. Deren Erkenntnisse fliessen auf allen Ebenen in die Architekturlehre ein. Dieses Wissen wird durch die Zusammenarbeit mit anderen Kompetenzbereichen der ETH Zürich wie den Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften sowie den Material-, Umwelt- und Ingenieurwissenschaften ergänzt.

Alles Wissen und Können ist aber nur dann anwendungs- und entwicklungsfähig, wenn es einer offenen und dynamischen Grundhaltung entspringt. Daher ist es ein zentrales Anliegen der ETH, junge Menschen darauf vorzubereiten, sich in einer komplexen, sich rasch wandelnden Umwelt zurechtzufinden. Sie fördert in ihnen das Verständnis für ethische und kulturelle Werte, so dass sie nach Abschluss ihres Studiums nicht nur hochqualifizierte Fachleute sind, sondern auch Verantwortung tragende Mitglieder der Gesellschaft.

Sacha Menz

Sacha Menz

Sacha Menz ist seit dem 1. Oktober 2004 ordentlicher Professor für Architektur und Bauprozess am Institut für Technologie in der Architektur an der ETH Zürich und seit 2011 Vorsteher des Departements Architektur der ETH Zürich. Seit 1997 ist er Mitinhaber des Architekturbüros sam architekten und Partner AG.

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