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Das Dschungelbuch der Gebäudelabels

Publiziert am 16.11.2011 von Peter Staub, Geschäftsführer pom+Consulting AG
Nachfrage Zertifizierung Window

Meinung Labels zur Zertifizierung konkurrenzieren sich, grüne Immobilienfonds erobern den Markt, Nachhaltigkeitsstrategien gehören zum guten Ton und Immobilien-Investoren und -Dienstleister sehen sich vor neuen Herausforderungen. Welches sind die richtigen Labels?

Lohnt es sich, in Nachhaltigkeit zu investieren? Welche Strategie ist für das eigene Portfolio die Richtige? Der eindeutige Nachweis fehlt, dass Mieter oder Käufer für zertifizierte Immobilien eine höhere Nettokaltmiete oder einen höheren Kaufpreis akzeptieren. Die Markttrends weisen aber darauf hin, dass Nachhaltigkeit immer häufiger die Eintrittskarte in einen exklusiven Mieter- und Käufermarkt bildet. Gemäss FM Monitor 2011 befinden sich bei jedem zweiten Umfrageteilnehmer Minergie-Gebäude im Immobilienbestand. Die grösste Nachfrage besteht bei Nutzern und FM-Dienstleistern. Das bestätigt auch Minergie Schweiz AG und belegt dies mit eindrücklichen Fakten: die Zahl der Zertifizierungen hat sich im vergangenen Jahr um rund einen Drittel erhöht.

Minergie, Leed, Bream oder das DNGB-Zertifikat sind die bekanntesten Labels. Will man ein solches erwerben, sind zahlreiche Kriterien aus Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft zu erfüllen. Die Investitionen sind nicht unbeträchtlich und ihr Mehrwert ist oft unklar. Trotz kritischer Stimmen wird aber breit in die Nachhaltigkeit investiert, denn es lockt die positive Imagewirkung.

Verstärkt durch die Medien, die möglichst allem das Modewort Nachhaltigkeit zuschreiben, lassen sich Investoren immer häufiger von der Rentabilität «grüner» Investments überzeugen.

Ökologische Überlegungen werden trotz dieser Entwicklungen aber in vielen Fällen noch immer als Störfaktoren betrachtet. Denn nach wie vor ist es das Ziel von Investoren, Bauherren und Eigentümern, eine maximale Performance aus Immobilien zu erwirtschaften. Zudem lässt sich Nachhaltigkeit nicht allein über Zertifikate beziehungsweise Labels erzielen. Wer nachhaltige Immobilienportfolios und Objekte will, muss langfristig denken und den gesamten Lebenszyklus miteinbeziehen: Nur dann wird man das ehrgeizige Ziel von wirklicher Nachhaltigkeit erreichen können, alles andere ist Augenwischerei!

Peter Staub

Peter Staub

Dr. Peter Staub erwarb im Jahr 1987 an der ETH Zürich das Diplom als Bauingenieur und dissertierte auf dem Gebiet des Immobilienmanagements. Im Jahr 2002 schloss er die Weiterbildung zum Master of Business Engineering erfolgreich ab. 1996 hat er als Geschäftsführer die Firma pom+Consulting AG gegründet. Peter Staub ist seit 2002 zudem am Lehrstuhl Betrieb und Unterhalt der ETH Zürich als Dozent tätig und unterstützt seit 2005 das CUREM (Center for Urban & Real Estate Management).

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