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Bauen ist eine nationale Angelegenheit

Publiziert am 31.10.2011 von Franz Beyeler, Geschäftsführer MINERGIE
Gebäudelabel Window

Meinung MINERGIE ist der Baustandard mit der höchsten Marktdurchdringung weltweit. Er konzentriert sich auf die Energieeffizienz und den Komfort, den die Gebäude bieten sollen. Selbst MINERGIE-ECO ist kein umfassendes Nachhaltigkeitslabel, könnte aber die Grundlage für die Entwicklung eines Schweizer Gebäudelabels für nachhaltige Bauten sein. Diese Empfehlung formuliert eine ad-hoc-Gruppe in einer entsprechenden Vorstudie. Die Frage stellt sich: Warum sollen wir in unserem Land nicht einfach internationale Gebäudelabels wie LEED, BREEAM oder DGNB/SGNI anwenden? Oder anders gefragt: Warum brauchen wir ein schweizerisches Zertifizierungssystem für nachhaltige Bauten?

Die bestehenden Labels basieren auf einer nationalen Baukultur. Nachhaltiges Bauen sieht überall anders aus. Man kann sich gut vorstellen, dass die Bedürfnisse von Mensch und Natur beispielsweise im Süden der USA anders gelagert sind als im hochalpinen Raum.

Beim Bauen müssen wir orts- und projektbezogen denken.

MINERGIE passt in das schweizerische Umfeld und geniesst hier eine hohe Akzeptanz. Der Standard hat sich tausendfach bewährt und ist mit verhältnismässig wenig Aufwand und Kosten umsetzbar. Nicht zuletzt berücksichtigt er das ausgeprägte Qualitätsverständnis der Schweiz – und natürlich geht es auch ums Geld. Passend erscheint mir in diesem Zusammenhang die Aussage von Hans-Peter Burkhard in seinem Beitrag vom 3. Oktober 2011 hier im Blog: «Nur ein auf die schweizerische Planungs-, Bau- und Verwaltungskultur ausgerichtetes Label stellt sicher, dass der Aufwand für die Zertifizierung tief bleibt.»

Eine besondere Herausforderung ist und bleibt der Sanierungsmarkt. Zwar wird erst ein kleiner Teil aller Sanierungen nach MINERGIE ausgeführt, doch die Tendenz ist steigend – aus gutem Grund: Der ganzheitliche Ansatz sowie die Möglichkeit der Modernisierung in Teilschritten (mit entsprechender Entlastung des Budgets) überzeugen immer mehr Hausbesitzer. Wenn wir die Sanierungsziele erreichen wollen, brauchen wir ein attraktives System, dem private und institutionelle Bauherren vertrauen – und das sie sich leisten können.

Franz Beyeler

Franz Beyeler

Seit der Gründung von MINERGIE im Jahre 1998 ist Franz Beyeler Geschäftsführer von MINERGIE. Er ist für den operativen Betrieb und damit für Finanzen, Marketing, Kommunikation, Markenschutz, Sponsoring und Networking verantwortlich. Franz Beyeler ist eidg. dipl. Betriebsökonom HWV.

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